Westönnerin Gisela Pommerenke erhält Soestpreis 2016
06 Oktober 2016 (Dieter Holtheuer )
Sonstiges, Gemeinde

« zurück

„Bildende Kunst – und dazu gehört auch die keramische Plastik - kann im Idealfall unvermittelt ansprechen und die Sinne sowie den Verstand gleichermaßen berühren. Das trifft vor allem dann zu, wenn die Ikonographie auf allgemein- menschliche Erfahrungshorizonte trifft und dadurch Erläuterungen zum Werk, ja sogar Bildtitel überflüssig werden. Die 2016 mit dem Simplizissimus-Förderpreis ausgezeichnete Arbeit von Gisela Pommerenke besitzt dieses Potential, weshalb man sich ohne weiteres der stummen Betrachtung hingeben könnte. Nach Ludwig Wittgenstein muss man aber nicht nur wissen, „was über einen Gegenstand zu sagen ist, sondern wie man über ihn zu reden hat“. Nur wie kann man über ein Kunstwerk reden, dessen Schöpferin man bislang nicht persönlich kannte? Ist es ein Nachteil oder vielleicht sogar ein Vorteil, weil das Kunstwerk an und für sich überzeugen muss?

So geschah es bei der Werkauswahl für die diesjährige Ausstellung „die Erben Wilhelm Morgners-Hommage an einen Westfalen“. Die Arbeit mit dem Titel „ Krieg “ zog die Jury einvernehmlich in den Bann. Dabei spielte weder die Vita von Gisela Pommerenke noch ihr Werktitel eine Rolle. Alternativ hätte die Arbeit „Flucht“, „Emigration“ oder „Trauma(ta)“ heißen können, womit die inhaltliche Brisanz ebenso benannt wäre. Was letztendlich aber zählt, ist die künstlerische Umsetzung des existentiellen Themas in seiner gestalterischen Komplexität; also wie das Thema bewältigt wurde.

Das Gesamtkunstwerk „Krieg“ besteht aus einer Figurengruppe vor einer zerstörten Stadtlandschaft mit noch erkennbaren Spuren einer Hochkultur. Man denkt sogleich an Trümmerlandschaften nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Städte wie Dresden und Berlin sowie Dortmund, Hamm und Paderborn in Westfalen lagen 1945 in Schutt und Asche. Selbst in Soest waren über 60 % der Gebäude zerstört. Millionen Menschen waren damals – wie heute wieder – auf der Flucht vor den Bomben und Granaten und auf der Suche nach einer sicheren Bleibe. Gisela Pommerenke erinnert mit ihrer Arbeit an die weltweite Gefährdung geschichtsträchtiger Stätten und an die Verwüstung urbaner Lebensräume, aber auch an das tiefe menschliche Leid, das Krieg und Terror mit sich bringen“.

Mit diesen Worten beginnt die Vorstellung der Preisträgerin durch Frau Dr. Dorit Litt aus Bonn, als Mitglied der Preis–Jury. Am 02. Oktober 2016 wurde im Soester „ Museum Wilhelm Morgner “ der Simplizissimuspreis verliehen. Gleichzeitig eröffnete der Kunstverein Kreis Soest e.V. die 5. jurierte Ausstellung „ Die Erben Wilhelm Morgners – Hommage an einen Westfalen“.

105 Künstler mit fast 400 Exponaten hatten sich für diese Ausstellung beworben. Letztlich wurden 36 Künstlerinnen und Künstler nominiert. Aus diesem Kreis wählte die Jury Gisela Pommerenke als würdige „Simplizissimus-Preisträgerin 2016“.

Gisela Pommerenke ist, was nicht alle wissen, ein Kind der Gemeinde Westönnen. Hier wurde sie 1947 als Gisela Fritze an der Weststraße geboren. Eines ihrer zahlreichen Kunstwerke ist die Madonna im Heiligenhäuschen von 1750 am Mawicker Weg in Westönnen.



Autor: Dieter Holtheuer

Sieger Kunstwerk „Krieg“ - Installation, bestehend aus Hintergrundbild und Figurengruppe

Gisela Pommerenke in ihrem Atelier

Gisela Pommerenke erklärt Besuchern ihr Kunstwerk





« zurück
Suchen & Finden

Eure Berichte an uns


Schickt uns Eure Fotos und Berichte an berichte@westoennen.de. Wir sind angewiesen darauf. Warum erfahrt Ihr hier - In eigener Sache

350 Jahre Wallfahrt


Dies und das


Werler Anzeiger
[www.bahn.de Anreisebutton]

Das Wetter
Westönnen Online e.V - Am Humpertspfad 12a - 59457 Werl-Westönnen